Marco Huck
vs.
Ola Afolabi
M. Huck
Geburtsd.:
11.11.1984
Größe:
1.87 m
Gewicht:
90,000 kg
Nationalität:
Deutschland
Bilanz:
36 (25 KOs) - 2 (1 KO) - 1
Kampfname:
Käpt'n
O. Afolabi
Geburtsd.:
15.03.1980
Größe:
1.91 m
Gewicht:
kg
Nationalität:
Großbritannien
Bilanz:
19 (9 KOs) - 2 (0 KOs) - 4
Kampfname:
Kryptonite
Letzte Aktualisierung: 18:15:03
Nach dem Kampf
 
Ich denke, den Worten der Boxer und Trainer gibt es nicht viel hinzuzufügen. Marco Huck besiegt Ola Afolabi nach Punkten und beendet damit die Trilogie. Wir verabschieden uns und wünschen noch ein schönes Wochenende.
Nach dem Kampf
 
Sein Pendant auf der anderen Seite Fritz Sdunek redet nicht um den heißen Brei herum: "Respekt an Marco für seine tolle Leistung. Er hat verdient gewonnen, wir haben verloren. Das muss man akzeptieren." So ist es.
Nach dem Kampf
 
Trainerfuchs Ulli Wegner lobt seinen Schützling: "Marco hat taktisch sehr gut und sehr clever geboxt. Die Vorbereitung war schon sehr gut, er war sehr konzentriert und hat sein Ding optimal durchgezogen. Für uns war es wichtig, dass wir siegen, und das ist uns gelungen."
Nach dem Kampf
 
Afolabi findet, dass die Wertung 117:111 nicht gerechtfertigt ist. "114:114 ist schon in Ordnung, aber unterm Strich ist er der Champion. Und er hat seinen Plan vielleicht besser ausgeführt als ich meinen. Er hat das gut gemacht, da brauche ich keine Ausreden."
Nach dem Kampf
 
Im Interview nach dem Kampf denkt Huck zuerst an die Hochwasser-Opfer, spendet spontan 10.000,- Euro von seiner Börse. Gute Aktion! Der Schlüssel zum Erfolg war laut Huck, "dass ich die Vorbereitung hundertprozentig ernst genommen habe. Wenn ich so hart trainiere und so konzentriert bin, kann mich keiner schlagen."
Nach dem Kampf
 
Auf Marco Huck wartet nach diesem dritten Kampf gegen Afolabi nun das zweite Duell mit Firat Arslan. Das dürfte ein deutlich härteres Stück Arbeit werden.
Nach dem Kampf
 
Sei es, wie es sei: Marco Huck hat seinen WBO-WM-Titel im Cruisergewicht erfolgreich verteidigt. Das wird und muss auch Ola Afolabi einsehen. Mal schauen, was er nach dem Kampf sagt - ganz so offensiv und aggressiv wie vor dem Kampf wird er jetzt nicht mehr sein.
Nach dem Kampf
 
Der dritte wertet so, wie ich es auch gesehen habe: 117:111 für Huck. Damit ist Huck Punktsieger, musste aber doch noch mal zittern, als er vom ersten Richter das Unentschieden hörte...
Nach dem Kampf
 
Der zweite Richter sieht Huck mit 115:113, also nur mit einer Runde vorne.
Nach dem Kampf
 
Der erste Punktrichter gibt Unentschieden: 114:114 - das ist schon überraschend.
Nach dem Kampf
 
Spannend dürfte jetzt auch das Auszählen der Punktzettel nicht wirklich sein. Hier das Urteil...
Nach dem Kampf
 
Afolabi scheint zu wissen, dass er diesen Kampf verloren hat. Keine Siegergesten beim Herausforderer, stattdessen geht er zu Huck und scheint ihm jetzt schon zu gratulieren, obwohl das Urteil noch nicht verkündet wurde.
Nach dem Kampf
 
Hat der Brite mit seinen großen Tönen vielleicht nur "geblufft"? Von der "Form seines Lebens" war bei Afolabi nicht viel zu sehen.
Nach dem Kampf
 
Soviel steht fest: Wenn Afolabi diesen Kampf einstimmig nach Punkten verliert, darf er sich nicht über die Punktrichter oder ein vermeintliches "Heim-Urteil" beschweren. Huck war heute einfach der bessere Mann.
Nach dem Kampf
 
Es war tatsächlich nicht der erwartet knappe und spannende Kampf, sondern eine recht klare Angelegenheit. Marco Huck müsste seinen Titel eindeutig verteidigt haben. Am Ende könnte es 117:111 stehen.
 
Das war's, der letzte Gong ist ertönt.
 
Kleine Schrecksekunde noch mal für Marco Huck: Der Weltmeister rutscht auf dem schweißnassen Boden kurz weg, wurde dabei aber nicht getroffen. Afolabi scheint einfach nicht die Mittel zu haben, dem Weltmeister ernsthaft weh zu tun.
 
Beide treffen mit Jabs, die aber keinen großen Schaden anrichten. Afolabi versucht es noch mal mit einem wilden Schwinger über die Außenbahn, aber Huck kann abtauchen, der Brite schlägt weit vorbei.
 
Klar ist: Afolabi kann nur noch gewinnen, wenn er Huck ausknockt. Ob er dafür die Power hat - insgesamt und vor allem nach elf harten Runden - darf aber bezweifelt werden. Zumal Huck zwar auch schon schwer atmet, aber nicht wirklich mitgenommen aussieht.
 
Auf geht's in die zwölfte und letzte Runde.
Rundenpause
 
Diese Runde muss man wohl wieder Huck geben, weil Afolabi sie einfach verschenkt, zu wenig macht. Insgesamt müsste der Weltmeister deutlich vorne liegen. Auf meinem Punktzettel steht es 107:102.
 
Das war Runde elf.
 
Huck weiß wohl, dass er hier nicht mehr allzu viel machen muss, wartet nach wie vor bis zum Schluss der Runde, um dann noch mal eigene Aktionen zu zeigen.
 
Viele Schwinger des Briten sind zu unpräzise, fliegen weit am Kopf des Weltmeisters vorbei. Huck pendelt die Aktionen von Afolabi aus, schlägt und trifft dann selber.
 
Afolabi müsste mehr machen, wenn er das Ding hier noch irgendwie für sich entscheiden will. Nach Punkten hat er wohl keine Chance mehr, der Brite müsste auf den KO gehen. Aber noch kommt keine große Schluss-Offensive.
 
Die elfte Runde hat begonnen.
Rundenpause
 
Bis ca. 30 Sekunden vor Schluss der Runde habe ich Afolabi vorne gesehen. Der Spurt zum Ende von Huck war so gut, dass er ihm vielleicht auf den Punktzetteln den Vorteil eingebracht haben könnte. Ich gebe die Runde trotzdem dem Herausforderer, damit steht es bei mir insgesamt 97:93 für Huck.
 
Auch die zehnte Runde ist vorbei.
 
Gerade schreibe ich es, da zündet Huck noch mal den Turbo, deckt Afolabi in der Ringecke mit einer Schlagserie ein. Da waren wieder einige harte Hände im Ziel, Afolabi taumelt, aber fällt nicht.
 
Von Huck kommt nicht mehr viel. Der Weltmeister klammert oft.
 
Die Kondition scheint bei Afolabi zu stimmen. Obwohl er schon schwer atmet, marschiert der Herausforderer nach wie vor nach vorne und schlägt in dieser Phase mehr als Huck.
 
Ring frei zu Runde zehn - wir gehen in die "Championship Rounds".
Rundenpause
 
Diese Runde sehe ich klar bei Afolabi, der einige gute Aktionen gezeigt hat. Insgesamt steht es 88:83 auf meinem Punktzettel.
 
Ende der neunten Runde.
 
Man sollte den britischen Herausforderer noch nicht abschreiben. Trotz vieler harter Treffer, die er schon nehmen musste, greift Afolabi weiter an. Allerdings ist er dabei etwas ungestüm. In einer Angriffsserie wird er von Huck zurückgestoßen, landet auf dem Boden, aber der Ringrichter entscheidet zurecht auf keine Schlagwirkung, damit wird dieser Stolperer nicht als Niederschlag gewertet.
 
Huck kontert gut, fängt seinen wieder heranspringenden Gegner mit einem linken Kopfhaken ab.
 
Jetzt kommt Afolabi mal mit einer guten Aktion, springt in den Mann, trifft dabei zu Kopf und Körper. Ist das schon der Mut der Verzweiflung?
 
Damit beginnt die neunte Runde.
Rundenpause
 
Langsam wird es für Afolabi schwer, wenn nicht sogar unmöglich, hier nach Punkten zu gewinnen. Auf meinem Zettel steht es nach einer weiteren Huck-Runde mittlerweile 79:73.
 
Das war Runde acht.
 
Auch Hucks Beinarbeit und Tempowechsel sind gut. Er lässt wenig zu, schafft es auf der anderen Seite aber immer wieder, gute Hände ins Ziel zu bringen.
 
Schöne Kombination von Huck: Zwei kurze Jabs, dann ein linker Haken zum Kopf, der deutlich trifft. Der Weltmeister macht einen seiner besten Kämpfe der letzten Zeit.
 
Eine Sache, die sich Afolabi nicht bei Firat Arslan abgeschaut hat: Der Brite macht nicht so viel Druck wie der Türke, der Huck immer in den Rückwärtsgang gedrängt hat. Afolabi gibt dem Weltmeister mehr Zeit und Möglichkeit, selber Druck zu entwickeln. Der nutzt das, setzt immer wieder gute Treffer.
 
Der Gong läutet die achte Runde ein.
Rundenpause
 
So eindeutig hätte ich den Kampfverlauf wirklich nicht erwartet, aber Afolabi kann seinen vielen vollmundigen Ankündigungen keine Taten folgen lassen. Huck gewinnt auch diese Runde, müsste jetzt mit 69:64 führen.
 
Ende der siebten Runde.
 
Jetzt setzt Afolabi mal einen schönen Treffer mit dem rechten Haken über die Außenbahn. Aber Huck nimmt diesen Schlag ebenso unbeeindruckt wie der Brite vorher die harten Treffer des Champions.
 
Eins muss man dem Briten in jedem fall zugute halten: Trotz harter Treffer marschiert er immer weiter nach vorne, versucht, Druck auf den Weltmeister aufzubauen. Allerdings gelingt ihm das zu selten.
 
Der erste harte Treffer der Runde ist wieder bei Huck, der eine krachende Rechte ins Ziel bringt. Afolabi wirkt unbeeindruckt.
 
Damit beginnt Runde sieben.
Rundenpause
 
Diese Runde muss man trotz vieler unsauberer Aktionen wohl wieder dem Weltmeister geben. Marco Huck trifft härter und müsste auf den Punktzetteln deutlich in Führung liegen. Bei mir steht es 59:55.
 
Halbzeit - sechs Runden sind vorbei.
 
Beide klammern jetzt sehr viel, setzen aber auch immer mal einzelne Treffer. Dabei scheinen die Schläge von Huck mehr Wirkung zu erzielen als die von Afolabi.
 
Leider ist auch das typisch für Marco Huck: Der Weltmeister schiebt immer wieder den Ellbogen vor, hält seinen Gegner damit im Infight auf Distanz. Das müsste vom Referee eigentlich unterbunden werden.
 
Der Kampf wird etwas offener, knapper, aber auch unsauberer. Beide drücken, schieben und klammern viel. Huck setzt die ersten harten Treffer der Runde.
 
Die sechste Runde läuft.
Rundenpause
 
Es fällt einfach schwer, Afolabi die Runde zu geben, weil er nicht oft und hart genug trifft. Auf der anderen Seite hat Huck in dieser fünften Runde auch zu wenig gemacht, deswegen geben wir die Runde mal dem Herausforderer: Insgesamt 49:46.
 
Damit endet Runde fünf.
 
Huck setzt dagegen immer wieder gut getimte Konter. Der Weltmeister gönnt sich zwar auch in dieser Runde auch wieder viele Verschnaufpausen, macht dann zum Ende aber wieder Druck. Zum Ende der Runde kassiert Huck abermals eine Verwarnung, weil er nach dem Kommando des Ringrichters weiterschlägt.
 
Afolabi scheint nach einer Lücke in Hucks Deckung zu suchen, die er momentan noch nicht findet. Der Brite boxt recht lust- und einfallslos.
 
Obwohl Afolabi der größere Boxer ist, findet er mit dem Jab noch nicht die richtige Distanz. Jetzt schlagen mal ein paar Führhände des Briten bei Huck ein, der aber gleich wieder mit eigenen Jabs kontert.
 
Die fünfte Runde läuft.
Rundenpause
 
Diese Runde ist eindeutig bei Marco Huck, der nach dem ersten Kampfdrittel auf meinem Punktzettel mit 40:36 führt und sich damit ein solides Polster erarbeitet hat.
 
Das war die vierte Runde.
 
Der Weltmeister kann die härteren Einzeltreffer setzen und kommt zum Ende der Runde wieder mit einer seiner Spurt-Sequenzen durch, setzt eine rechte Gerade an den Kopf und schickt einen Aufwärtshaken hinterher.
 
Huck arbeitet erstaunlich viel mit dem Jab, der auch oft durch Afolabis Doppeldeckung trifft. Die angesprochene überlegene Technik des Briten macht sich bislang nicht bemerkbar.
 
Gute Meidbewegung von Afolabi, der so einem Angriff von Huck ausweicht. Auch die Defensivarbeit soll übrigens von den Punktrichtern bewertet werden. Es geht nicht nur darum, selber zu treffen, sondern auch darum, nicht getroffen zu werden.
 
Auf geht's in Runde vier.
Rundenpause
 
Diese Runde ist schwer zu werten. Afolabi war zwar meist im Vorwärtsgang, hat aber wohl zu wenig gemacht, um die Runde zu "klauen". Die Aktionen, die ins Ziel gingen, waren dann doch bei Huck, so dass man wieder 10:9 für den Weltmeister werten kann, dann wären wir insgesamt schon bei 30:27.
 
Ende der dritten Runde.
 
Der Herausforderer ist im Moment der aktivere Mann, kassiert dann aber wieder eine kurze Serie von Huck.
 
Huck gönnt sich immer wieder Pausen, um dann in seiner bekannten Art in schnellen Spurts drei oder vier Hände anzubringen. Die sind zwar nicht immer voll im Ziel, machen aber trotzdem Eindruck bei den Punktrichtern.
 
In dieser Runde bisher wenig klare Aktionen auf beiden Seiten. Afolabi versucht es mit einfach Links-Rechts-Kombinationen, die aber oft auf Hucks Deckung landen.
 
Ring frei zur dritten Runde.
Rundenpause
 
Es bleibt eng. Trotzdem würde ich auch die zweite Runde mit 10:9 an Huck geben, der damit insgesamt mit 20:18 führen sollte.
 
Das war Runde zwei.
 
Ringrichter Eddie Cotton unterbricht den Kampf, als Huck den heranstürmenden Afolabi abklammert. Nach dem "Break"-Signal schlägt Huck nach, kassiert dafür eine Ermahnung vom Referee.
 
Beide arbeiten von Beginn an viel zum Körper, variieren auch viel, schlagen nicht extrem oft, dafür aber hart. Zwischendurch verschanzen sich beide Boxer immer wieder hinter der Doppeldeckung.
 
Afolabi beginnt die Runde im Vorwärtsgang, wird dann aber gut von Huck mit einer Linken getroffen. Die dürfte der Brite schon gemerkt haben.
 
Wir gehen in die zweite Runde.
Rundenpause
 
Es ist das erwartet knappe Duell auf Augenhöhe. Die erste Runde müsste trotzdem beim Weltmeister sein, der die auffälligeren Aktionen gesetzt hat und ein paar Mal schön mit der Rechten zum Kopf durchkam. 10: 9 für Huck.
 
Die erste Runde ist vorbei.
 
Huck hat eigentlich die klareren Aktionen, lässt sich dann aber von Afolabi in den Rückwärtsgang drängen. Der Brite trifft zum Körper, Huck antwortet mit einem kurzen Spurt.
 
Afolabi schlägt zum Körper, Huck landet die erste Rechte zum Kopf, setzt dann mit einer Kombination nach, die aber noch keine Wirkung erzielt.
 
Beide beginnen vorsichtig, sind erst mal darauf bedacht, keine Treffer zu kassieren und fühlen mit dem Jab vor, wie die Deckung beim Gegner steht.
 
Jetzt geht es los, der Kampf läuft!
vor Beginn
 
Noch schnell zur Wertung: Die Punktrichter müssen jede Runde einzeln beurteilen. Dabei werden im Normalfall 10 Punkte an den Sieger und 9 an den Verlierer der Runde gegeben. Bei Niederschlägen, klarer Dominanz oder Punktabzügen kann es auch zu 10:8 oder 10:7 Runden kommen. Die Punktrichter heißen übrigens Deon Dwarte (Südafrika), John Madfis (USA) und Lahcen Oumghar (Niederlande). Ringrichter ist Eddie Cotton aus den USA.
vor Beginn
 
Bevor der erste Gong ertönt noch schnell eine Prognose: Obwohl beide Boxer und auch ihre Trainer KO-Siege angekündigt haben, glaube ich, dass der Kampf über die volle Distanz geht und sehr, sehr eng wird. Genauso spannend wie die Schlacht im Ring wird dann wahrscheinlich die Auszählung der Punktzettel. Ich würde mich nicht wundern, wenn der Herausforderer und Wett-Außenseiter Afolabi am Ende knapp die Nase vorn hat.
vor Beginn
 
Die Boxer sind mittlerweile im Ring in der Berliner Max-Schmeling-Halle angekommen, jetzt werden die obligatorischen Nationalhymnen gespielt, dann kann es gleich losgehen.
vor Beginn
 
Huck ließ sich von den Beschimpfungstiraden zwar sichtlich provozieren, hatte aber nicht viel entgegen zu setzen. "Ich habe schon bewiesen, dass ich dich besiegen kann", sagte der Weltmeister. "Du kannst mich nicht schlagen. Ich werde dich weghauen und dieses Kapitel ein für allemal beenden."
vor Beginn
 
Aber das war erst der Anfang: "Ich werde dir wehtun", so Afolabi weiter. "Dein Trainer Ulli Wegner soll lieber das Handtuch schon mal bereithalten, um es rechtzeitig zu werfen. Ich hoffe nur, dass der Kampf rechtzeitig abgebrochen wird. Immerhin hast du Familie. Ich will dich nicht in den Rollstuhl prügeln."
vor Beginn
 
Wenn der Kampf auch nur annähernd das hält, was die sehr unterhaltsamen Pressekonferenzen versprechen, erwartet uns heute sowieso ein Feuerwerk. Im Vorfeld war vor allem Afolabi durch Provokationen und ein großes Ballyhoo aufgefallen. Kleines Beispiel gefällig: "Du bist nicht Weltmeister, du bist höchstens Berliner Meister oder Erfurt-Meister!", rief der Brite Huck zu, weil dieser seine Kämpfe grundsätzlich "zu Hause" bestreitet und dabei den bereits angesprochenen Heimvorteil auf seiner Seite hat.
vor Beginn
 
Was heute für Sdunek spricht: Er hatte viel Zeit, sich mit Ola Afolabi auf diesen Kampf vorzubereiten und einzustellen. Der Brite trainierte mit Sdunek in Hamburg, soll in der Form seines Lebens sein. Vor den ersten beiden Kämpfen war Afolabi nach eigener Aussage nicht annähernd so gut vorbereitet. Auf der anderen Seite sagt auch Marco Huck über den zweiten Kampf, der unentschieden endete, dass er psychisch und physisch nicht auf der Höhe war. Es war Hucks erster Kampf nach seinem erfolglosen Ausflug ins Schwergewicht. Im Februar 2012 hatte der gebürtige Serbe gegen Alexander Povetkin um die WBA-Weltmeisterschaft in der "Königsklasse" geboxt und dabei seinerseits umstritten nach Punkten verloren. Nach dieser Niederlage war Huck nach eigener Aussage in ein Loch gefallen und hatte sich nicht richtig auf Afolabi eingestellt. Diesmal soll das anders sein...
vor Beginn
 
Huck vs. Afolabi ist natürlich auch das "ewig junge" Duell der beiden deutschen "Meister-Trainer" Ulli Wegner und Fritz Sdunek. Bislang hatte meist Wegner die Nase vorn. Sdunek geht dagegen gerade durch ein kleines "Tal", musste in den vergangenen Monaten mit seinen Schützlingen einige Niederlagen einstecken: Felix Sturm verlor zwei Mal in Folge, Zsolt Erdei kassierte in Monaco eine unglückliche Niederlage und auch Jack Culcay unterlag bei seinem ersten Kampf unter der Führung des "alten Fritz".
vor Beginn
 
Dementsprechend hat Huck eine deutlich höhere KO-Quote, 25 seiner insgesamt 35 Siege konnte er vorzeitig einfahren. Zwei Kämpfe hat "Käptn Huck" bislang verloren, das zweite Duell gegen Afolabi endete wie schon erwähnt unentschieden. Der Brite Afolabi hat bei insgesamt "nur" 19 Siegen lediglich neun KOs im Rekord bei auch zwei Niederlagen und insgesamt vier Unentschieden.
vor Beginn
 
Aber lassen wir die "Verschwörungstheorien" für einen Moment beiseite und konzentrieren uns auf das rein Sportliche, das wird nämlich interessant und spannend genug: Ola Afolabi gilt als technisch besserer Boxer, obwohl er keine Amateur-Karriere hatte und erst mit 22 Jahren als Profi anfing. Auch Huck hat nur sehr wenige Amateur-Kämpfe als Boxer, war aber ein erfolgreicher Kickboxer, bevor er 2004 bei Sauerland Profi wurde. Huck ist schlagstärker und überwältigt seine Gegner mit Spurts, in denen er oftmals wild und dabei auch unsauber boxt und die Ellbogen einsetzt.
vor Beginn
 
Wer sich sonst nicht so sehr mit Profi-Boxen befasst, könnte nun fragen: Was hat denn der Promoter mit dem Kampfausgang zu tun? Rein formell und offiziell natürlich gar nichts - wenn keiner der beiden Boxer KO geht, entscheiden die Punktrichter. Doch wie die vielen knappen und umstrittenen Entscheidungen in den letzten Jahren zu Hucks Gunsten zeigen, gibt es im Boxen natürlich eine Art "Heimvorteil". Der Boxer des ausrichtenden Promoters liegt in knappen Kämpfen oft vorn. Das ist nicht nur bei Sauerland und in Deutschland so, sondern weltweit. Wenn Sauerland Huck nun nicht mehr "protegiert", könnte es auf den Punktzetteln richtig spannend werden...
vor Beginn
 
Hinter vorgehaltener Hand vermutet man bei Sauerland den eigenen Boxer Marco Huck hinter dem überraschenden King-Gebot. Es heißt, er habe seinen Marktwert für die anstehenden Vertragsverhandlungen nach oben treiben wollen. Auch deswegen mutmaßen Experten, dass Sauerland Huck nun einen "Denkzettel" verpassen und ihn verlieren lassen könnte.
vor Beginn
 
Bemerkenswert daran ist vor allem, dass es aus Sauerland-Kreisen nach dem "Purse Bid" hieß, die von King gebotenen 1,5 Millionen Dollar seien für diesen Kampf viel zu hoch angesetzt. Sauerland musste also den Marktwert des eigenen Boxers und einer Veranstaltung, die der Berliner Stall jetzt selber ausrichtet, erst mal klein reden. Seit die Rechte wieder bei Sauerland sind, wird der Kampf natürlich als Riesen-Event promotet. Ein Schelm, der Böses dabei denkt...
vor Beginn
 
Im Vorfeld zu dem heute Abend anstehenden Kampf hatte es zudem Verwirrung gegeben, weil US-Promoter-Legende Don King den WM-Fight im sogenannten "Purse Bid" für 1,5 Millionen Dollar ersteigert hatte. Das heißt: Eigentlich hätte King den Kampf ausrichten müssen. Geplant war die Veranstaltung für den 11. Mai in Hannover. Weil der deutsche TV-Partner, mit dem King scheinbar schon einen mündlichen Deal hatte, aber kurzfristig zurückzog, fielen die Vermarktungsrechte zurück an Sauerland, so dass wir Huck vs. Afolabi III heute in Berlin zu sehen bekommen.
vor Beginn
 
Die besondere Konstellation, dass Promoter Sauerland auch den nächsten Gegner des heutigen Siegers unter Vertrag hat, bekräftigt viele Beobachter in der Meinung, dass Marco Huck seinen WM-Titel heute verlieren könnte. Der Weltmeister hat sich seit seinem letzten umstritten Sieg mehr oder weniger offen mit seinem Promoter angelegt. Dabei ging es im Poker um einen neuen Vertrag in erster Linie um Geld. Senior-Chef Wilfried Sauerland stellte zwischenzeitlich in Aussicht, die Verhandlungen platzen zu lassen, da Huck seinen Marktwert überschätze.
vor Beginn
 
Der im schwäbischen Süßen lebende Türke und sein Team beschimpften daraufhin Sauerland und die ARD öffentlich als "Betrüger". Langfristig geschadet hat es ihnen nicht. Inzwischen ist Arslan nicht nur bei Sauerland unter Vertrag und hat Ende April bereits einen Kampf für den Berliner Stall bestritten, der von der ARD übertragen wurde. Er ist auch der nächste Pflichtherausforderer des heutigen Siegers. Deswegen ließ Arslan seine Fans auch via Facebook wissen, dass er sich den Kampf heute Abend ganz genau anschauen werde.
vor Beginn
 
Viele Fans und Experten hatten Arslan nach zwölf engen Runden knapp vorne gesehen. Allerdings zeigten die Schlagstatistiken, dass Weltmeister Huck - wenn auch nur sehr wenig - öfter geschlagen und getroffen hatte. Da Arslan aber permanent nach vorne marschierte und Druck machte und Huck aus dem für ihn ungewohnten Rückwärtsgang boxen musste, ergab sich für viele der Eindruck, dass Arslan den Ring eigentlich als Sieger hätte verlassen müssen.
vor Beginn
Huck hält den WBO-WM-Titel seit August 2009 und konnte ihn bereits zehn Mal erfolgreich verteidigen - wenn auch oft umstritten wie in den beiden bereits erwähnten Kämpfen gegen Afolabi oder auch gegen den Russen Denis Lebedev und zuletzt im November 2012 gegen Firat Arslan.
vor Beginn
 
Es ist bereits der dritte Kampf zwischen den beiden. Das erste Duell im Dezember 2009 gewann Huck knapp und umstritten nach Punkten, der zweite Kampf endete im Mai 2012 Unentschieden. Afolabi blieb damit Pflichtherausforderer von Huck. Dieser dritte Kampf ist damit vom Weltverband WBO angeordnet.
vor Beginn
 
Herzlich willkommen in Berlin zum WM-Kampf im Cruisergewicht zwischen Marco Huck und Ola Afolabi
Marco Huck - Ola Afolabi
Austragungsort
Die Max Schmeling Halle in Berlin.
Klasse
Es wird im Cruisergewicht geboxt.
Titel
Es geht um den WM-Titel nach Version der WBO.
Runden
Der Kampf ist auf zwölf Runden zu je drei Minuten angesetzt.
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