Wladimir Klitschko
vs.
Francesco Pianeta
W. Klitschko
Geburtsd.:
25.03.1976
Größe:
1.98 m
Gewicht:
112,2 kg
Nationalität:
Ukraine
Bilanz:
62 (52 KOs) - 3 (3 KOs) - 0
Kampfname:
Dr. Steelhammer
F. Pianeta
Geburtsd.:
08.10.1984
Größe:
1.96 m
Gewicht:
kg
Nationalität:
Italien
Bilanz:
28 (15 KOs) - 0 - 1
Kampfname:
-
Letzte Aktualisierung: 06:55:16
Nach dem Kampf
 
Das soll es für den Moment gewesen sein. Wir verabschieden uns aus Mannheim, aber damit für die heutige Nacht noch nicht aus dem Boxring. Gegen 3:00 Uhr kämpft Floyd Mayweather jr., der zurzeit beste Boxer der Welt, gegen Robert Guerrero um die WBC-Weltmeisterschaft im Weltergewicht. Auch wenn Mayweather als deutlicher Favorit in den Ring steigt, dürfte dieser Kampf spannender und spektakulärer werden als Klitschko vs. Pianeta. Also: Wachbleiben lohnt sich! Aus Mannheim soll es das gewesen sein. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Nach dem Kampf
 
Pianeta ist sichtlich enttäuscht und schonungslos ehrlich: "Ich brauch mich nicht rauszureden, das war einfach ne Scheiß-Leistung!" Viel mehr bleibt dazu eigentlich nicht zu sagen.
Nach dem Kampf
 
Wladimir Klitschko gibt sich nach dem Kampf genauso respektvoll wie vor dem Duell, bedankt sich artig bei seinem Gegner Francesco Pianeta: "Er hat heute mit Sicherheit viel gelernt und wird stärker zurückkommen. Emanuel Steward hat mal gesagt, er wird irgendwann Weltmeister. Das glaube ich auch." Ich ehrlich gesagt nicht...
Nach dem Kampf
 
Aber natürlich kann und sollte man Pianeta nicht mit Klitschko vergleichen. Die ukrainischen Brüder regieren weiter unangefochten das Schwergewicht und daran wird sich in absehbarer Zukunft auch nichts ändern.
Nach dem Kampf
 
Was bedeutet die Niederlage für Francesco Pianeta? Gegen Wladimir Klitschko darf man mit Sicherheit verlieren, trotzdem wird es dem 28-Jährigen zu denken geben, wie chancenlos er heute war. Auf der anderen Seite hat er noch Zeit, sich von diesem Rückschlag zu erholen. Nicht vergessen: Wladimir Klitschko ist neun Jahre älter und hat vor neun Jahren gegen Lamon Brewster durch TKO verloren.
Nach dem Kampf
 
Die gute Nachricht: Jetzt darf man Wladimir Klitschko endlich zu der Rekordbörse befragen, die ihn im Kampf gegen Alexander Povetkin erwartet. Von der Seite des Vierfach-Weltmeisters steht dem jetzt nichts mehr im Wege. Aber Povetkin hat auch noch einen "Zwischenkampf" vor der Brust, trifft am 17. Mai in Moskau auf den ungeschlagenen Polen Andrzej Wawrczyk. Dabei dürfte es Povetkin deutlich schwerer haben als Klitschko heute.
Nach dem Kampf
 
In sehr wenigen Momenten und mit vereinzelten Treffern konnte Pianeta andeuten, dass Klitschko im Rückwärtsgang nach wie vor nicht besonders gut aussieht, wirklich gefährden konnte der Herausforderer den Weltmeister aber zu keinem Zeitpunkt.
Nach dem Kampf
 
Etwas enttäuschend ist, dass es der Deutsch-Italiener nicht mal zu Beginn mit überfallartigen Attacken versucht hat. Stattdessen begann Pianeta zu abwartend und bekam folgerichtig die Quittung. Wer sich so "empfangsbereit" vor Klitschko stellt, wird einfach abgeschossen.
Nach dem Kampf
 
Die Riesen-Sensation ist ausgeblieben, Klitschko kann nach einem wie erwartet und befürchtet einseitigen Kampf früh unter die Dusche. Der Weltmeister hat seine Klasse und seine körperliche Überlegenheit ausgespielt und dem vollkommen überforderten Pianeta nicht den Hauch einer Chance gelassen.
 
Das war's. Pianeta kommt zwar wieder auf die sehr wackligen Beine, aber Ringrichter Ernie Sharif bewahrt ihn durch den vollkommen richtigen Abbruch vor weiterer Bestrafung.
 
Wieder kommt eine Links-Rechts-Kombination durch, Pianeta muss schwer zu Boden.
 
Klitschko variiert jetzt, schlägt auch mal zum Körper. Er wirkt ein bisschen so, als wollte er seinen Gegner über noch ein paar Runden "ziehen". Er geht nicht zwingend auf den KO, obwohl man das Gefühl hat, dass er den Kampf jederzeit beenden könnte.
 
Es bleibt das gewohnte Bild: Jab-Jab, dann mal eine Rechte, Pianeta nimmt Treffer und Treffer. Langsam sollte seine Ecke darüber nachdenken, das Handtuch zu werfen.
 
Wir gehen in Runde sechs.
Rundenpause
 
Der Weltmeister spielt jetzt mit seinem Herausforderer, trifft Pianeta, wie er will. Zum Rundenende war wieder eine harte Links-Rechts-Kombination im Ziel. Wieder eine 10:8 Runde für Klitschko.
 
Auch diese Runde übersteht Pianeta, wie lange kann das noch gutgehen?
 
Wladimir Klitschko hatte sich wie gewohnt darum bemüht, seinen Gegner vor dem Kampf stark zu reden. Das wird nach der bisherigen Leistung des sympathischen SES-Profis schwerfallen. Pianeta findet erwartungsgemäß kein Mittel, ist schon sichtlich gezeichnet.
 
Wieder muss Pianeta zu Boden. Diesmal wurde er von einem Haken getroffen, der nicht wirklich hart aussah, aber für einen Niederschlag ausreichte. Wieder steht der tapfere Herausforderer schnell auf, aber lange kann das nicht gut gehen.
 
Statt dem Mute der Verzweiflung beim Herausforderer sehen wir jetzt einen noch selbstsichereren Champion, der auch zu Beginn dieser Runde harte Treffer setzt. Pianeta ist wie erwartet und befürchtet chancenlos.
 
Die fünfte Runde hat begonnen.
Rundenpause
 
Das prognostizierte frühe Ende zeichnet sich immer mehr ab. Klitschko tut nicht mehr, als er muss, aber eine einfache Links-Rechts-Kombination reicht, um eine Lücke in Pianetas Doppeldeckung zu finden. Nach dem Niederschlag gewinnt der Weltmeister diese Runde mit 10:8.
 
Und er schafft es, die vierte Runde ist vorbei.
 
Klitschko setzt nicht entschlossen nach, scheint den Kampf jetzt noch nicht beenden zu wollen. Pianeta will nur bis zur Rundenpause "überleben".
 
Da ist der erste Niederschlag! Eine harte rechte Gerade von Klitschko trifft voll ins Ziel, Pianeta muss zu Boden, kommt aber schnell wieder auf die Beine.
 
Klitschko boxt nüchtern, souverän, aber eben auch nicht variabel und recht humor- und einfallslos. Links-Rechts ist das höchste der Gefühle. Das reicht, um diesen Kampf zu bestimmen und wahrscheinlich zu gewinnen, ist aber nichts für Box-Ästheten.
 
Nach einem Wischer von Klitschko muss Pianeta kurz zu Boden, der Ringrichter entscheidet aber auf Ausrutschen, zählt den Italiener nicht an.
 
Ring frei zur vierten Runde.
Rundenpause
 
Pianetas großes Problem ist, dass er mit seiner Taktik nach Punkten keine Chance hat. Er verliert Runde um Runde, weil er weniger arbeitet als der Weltmeister und nur auf Einzeltreffer setzt. Klitschko führt deutlich.
 
Damit endet Runde drei.
 
Doch nachdem er an den Mann heran gesprungen ist, wird Pianeta von Klitschko geklammert, die Aktion muss unterbrochen werden. Dadurch bekommt der Weltmeister Zeit, sich wieder zu sammeln. Pianeta müsste nach seinen Treffern besser nachsetzen. Das gelingt noch nicht.
 
Wladimir Klitschko ist der deutlich aktivere Mann, feuert wesentlich mehr Schläge ab - am meisten natürlich den bekannten langen Jab. Pianeta versucht, den Weltmeister mit Einzeltreffern zu beeindrucken. Das gelingt zu Beginn der dritten Runde gut. Ein linker Haken ist im Ziel.
 
Die dritte Runde läuft.
Rundenpause
 
Zur Rundenmitte konnte Pianeta mal kurz andeuten, wie es gehen kann. Dann hat Klitschko aber wieder alles im Griff und setzt erste harte Treffer. So gewinnt der Weltmeister auch den zweiten Durchgang.
 
Ende der zweiten Runde.
 
Auffällig: Klitschko zieht neben dem Jab auch sehr früh seine Rechte. Er scheint sich nicht lange mit Pianeta aufhalten zu wollen, bringt schon in dieser zweiten Runde erste harte Schlaghände ins Ziel.
 
Aber klar wird zu Beginn dieses Kampfes auch: Pianeta will Druck machen. Wenn er es schafft, Klitschko in den Rückwärtsgang und sogar an die Seile zu drängen, bekommt der Weltmeister Probleme. Das gelingt Pianeta aber noch zu selten.
 
Pianeta hat dasselbe Problem, wie alle Klitschko-Gegner in den letzten neun Jahren: Er muss einen Weg am langen Jab des Ukrainers vorbei finden. Der lässt seine Führhand fast wie einen "Stiff Arm" im Football stehen, hält sich den Herausforderer so vom Hals.
 
Wir gehen in Runde zwei.
Rundenpause
 
Pianeta versuchte zu Beginn zwar, Einzeltreffer vor allem zum Körper zu setzen, aber Klitschko hat mit seinem Jab schnell das Kommando übernommen. Die erste Runde ist beim Weltmeister.
 
Das war schon die erste Runde.
 
Von Überfalltaktik a la Stieglitz ist nichts zu sehen. In dieser ersten Runde sieht es einfach nur aus, wie der nächste Klitschko-Kampf: Jab, Jab und wenn der Gegner zu nah kommt klammern und drücken.
 
Aber der Weltmeister lässt sich davon nicht beeindrucken, bringt gleich mal zwei kraftvolle und schnelle Jabs ins Ziel, die Pianeta schon gemerkt haben dürfte.
 
Nach bedingungsloser Offensive sieht das bei Pianeta noch nicht aus. Mit geschlossener Doppeldeckung versucht der Herausforderer, eine Lücke bei Klitschko zu finden, schlägt mit der Linken zum Körper und versucht mit der Rechten über Klitschkos Jab zum Kopf zu kommen.
 
Ring frei zur ersten Runde - der Kampf läuft!
vor Beginn
 
Letzte Prognose, bevor es gleich losgeht: Wenn Pianeta hier eine Chance haben will, muss er ähnlich wie sein SES-Stallgefährte Robert Stieglitz gegen Arthur Abraham vom ersten Gong an ohne Rücksicht auf Verluste nach vorne marschieren und versuchen, den Weltmeister unter Druck zu setzen. Wladimir Klitschko hat kaum eine Schwäche. Wenn man denn doch eine ausmachen wollte, wäre es sein Verhalten im Rückwärtsgang. Das ist nur selten zu sehen, weil er in seinen meisten Kämpfen so dominant ist. Also Francesco: Augen zu und durch. Die Gefahr dabei natürlich: Wenn ein Konter von Klitschko sitzt, kann es hier ganz schnell zu Ende sein.
vor Beginn
 
Die Hymnen laufen, spätestens jetzt dürfte jedem klar sein, dass Francesco Pianeta zwar als Gelsenkirchener ein Kind des Ruhrpotts, deswegen aber trotzdem italienischer Staatsbürger ist. Wenn es hier wirklich die Riesen-Sensation geben sollte, dürfen wir uns aus deutscher Sicht also nicht über einen Schmeling-Nachfolger freuen. Eine deutsche Fahne ist in Pianetas Ecke trotzdem gespannt. Die bräuchte der 28-Jährige aber wirklich nicht, um zusätzliche Sympathien zu generieren. Auch so werden viele neutrale Zuschauer dem Underdog die Daumen drücken. Die Frage ist nur, ob das gegen den übermächtig erscheinenden Klitschko irgendwas hilft.
vor Beginn
 
"Can't Stop" von den Red Hot Chili Peppers dröhnt durch die SAP-Arena, Wladimir Klitschko ist mit seinem Team und seiner kompletten Gürtelsammlung auf dem Weg zu Rund. Kein Wunder, dass der Weltmeister ein so großes Gefolge hat, er braucht allein vier Mann, die seine WM-Titel tragen...
vor Beginn
 
Der Vollständigkeit halber wagen wir noch einen Blick in die Ecken: Pianeta-Trainer Dirk Dzemski hatte ich bereits erwähnt. Der 40-Jährige war selbst ein mittelmäßiger Mittelgewichtler, der 2004 gegen Sebastian Sylvester und 2006 gegen Mahir Oral verlor und daraufhin seine aktive Karriere beendete. Als relative junger Trainer hat er wie bereits erwähnt beachtliche Erfolge vorzuweisen. Wladimir Klitschko wird nach dem Tod seines ehemaligen Coaches Emanuel Steward bekanntermaßen von dessen Zögling Jonathon Banks betreut, der selber "nebenbei" zu den Top 10 im Schwergewicht gehört und am 22. Juni in New York ein Re-Match gegen seinen amerikanischen Landsmann Seth Mitchell bestreiten muss.
vor Beginn
 
Da ist wie angekündigt Mr. Buffer, wir können also jeden Moment mit den beiden Boxern rechnen.
vor Beginn
 
Die SAP-Arena in Mannheim ist wie bei Klitschko-Shows üblich prall gefüllt. Unter den Gästen ist auch die On-Off-gerade-wieder-On-Freundin des Weltmeisters, Hayden Panettiere. Aber auch das hat natürlich nichts mit Sport zu tun...
vor Beginn
 
Wen es interessiert: Mittlerweile läuft das obligatorische Klitschko-Rahmen-Show-Programm mit einem Sänger, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Das hat zwar nichts mit Sport zu tun, ist aber zumindest ein Indiz dafür, dass demnächst Michael Buffer das Wort ergreifen und die Boxer in den Ring rufen wird. Es sollte also bald losgehen.
vor Beginn
 
Bevor es losgeht, werfen wir noch einen Blick auf die Offiziellen: Ringrichter ist Ernie Sharif aus den USA, der zum ersten Mal in Deutschland im Einsatz ist. Das ist für so eine große WM eher ungewöhnlich. Die Punktrichter gehören schon eher zu den "üblichen Verdächtigen": Roberto Ramirez Sr. aus Puerto Rico saß unter anderem bei Klitschkos TKO-Sieg über Tony Thompson im Juli 2012 in Bern am Ring, John Lawson aus Connecticut ist regelmäßiger Gast bei Sauerland-Veranstaltungen, nur Patricia Morse Jarman aus Las Vegas ist zwar sehr erfahren, aber in Europa weitgehend unbekannt.
vor Beginn
 
Apropos Vitali Klitschko: Der ältere der beiden Brüder hat kürzlich angekündigt, seine Karriere fortsetzen zu wollen. Als nächstes muss er seinen WBC-WM-Titel gegen den Kanadier Bermane Stiverne pflichtverteidigen. Bis zum 3. Juni sollen sich die Parteien auf einen Termin einigen, ansonsten wird auch dieser Kampf wie Wladimirs WM gegen Povetkin versteigert. Aber darüber sollen wir ja heute nicht sprechen.
vor Beginn
 
Die Erfahrung spricht natürlich klar für den Weltmeister: Wladimir Klitschko will heute seinen 60. Sieg im 63. Profi-Kampf einfahren, gewann allein 50 seiner Kämpfe durch KO. Der 27-Jährige ist seit über neun Jahren ungeschlagen und seit 2006 Schwergewichts-Weltmeister. Pianeta wurde 2005 erst Profi, hat insgesamt "nur" 29 Kämpfe bestritten, von denen er 28 gewinnen konnte. Gegen den polnischen Ex-Europameister Albert Sosnowski reichte es im April 2009 nur zu einem Unentschieden. Sosnowski seinerseits unterlag im Mai 2010 Wladimirs großem Bruder Vitali durch KO in der zehnten Runde.
vor Beginn
 
Ein probates Mittel besonders für Rechtsausleger hat vergangene Woche Halbmittelgewichts-Europameister Jürgen Brähmer schulbuchmäßig demonstriert: Da die Leber auf der rechten Körperseite sitzt, ist sie ein beliebtes Ziel für linke Haken, die bei Rechtsauslegern natürlich besonders hart und genau sein sollten. Brähmer knockte vor einer Woche seinen Gegner Tony Averlant mit einem blitzsauberen Leberhaken in der zweiten Runde aus. Vielleicht sollte sich Pianeta daran ein Beispiel nehmen.
vor Beginn
 
Kurz zu den "technischen Daten": Pianeta ist neun Jahre jünger und zwei Zentimeter kleiner als Klitschko. Er hat dadurch auch leichte Reichweitennachteile, muss also - wie alle Klitschko-Gegner - in erster Linie sehen, dass er irgendwie am langen Jab des Ukrainers vorbeikommt und dann in der Halbdistanz Treffer landen kann, bevor Klitschko in seiner bewährten Manier klammert und sich auf den Gegner lehnt.
vor Beginn
 
Während Dzemski den Protest soweit durchziehen wollte, dass er sogar einen Kampf-Boykott nicht ausschloss, sprach sein Schützling Francesco Pianeta am Ende ein Machtwort. Der 28-Jährige will unbedingt boxen und trägt nun also andere Handschuhe als Klitschko.
vor Beginn
 
Eine Parallele zum Kampf zwischen Abraham und Stieglitz gab es auf jeden Fall schon mal nach dem gestrigen Wiegen. Trainer Dirk Dzemski monierte die Kampfhandschuhe. Obwohl beide Boxer mit der Klitschko-"Hausmarke" Grant antreten, unterscheiden sich die Handschuhe des Weltmeisters und des Herausforderers deutlich. Dzemski verlangte baugleiche Handschuhe für beide Boxer, das Klitschko-Lager entgegnete, dass die Klitschko-Handschuhe "Sonderanfertigungen" seien, die es so nicht noch mal gäbe. Aha...
vor Beginn
 
Experten rechnen damit, dass Pianeta ähnlich aggressiv beginnen wird wie Stieglitz gegen Abraham. Die Frage ist, ob sich Klitschko ähnlich beeindrucken lässt wie "König" Arthur bzw. ob Klitschkos Auge ähnlich schnell und stark zuschwillt wie das von Arthur Abraham. Auf der anderen Seite läuft Pianeta mit bedingungsloser Offensive natürlich auch Gefahr, in einen platzierten Konter von Klitschko zu laufen, so dass der Kampf so oder so früh zu Ende sein könnte.
vor Beginn
 
Steinforth und sein Team um Cheftrainer Dirk Dzemski haben sich in den vergangenen Jahren einen Ruf als "Auswärtsschreck" erarbeitet. 2009 konnte sich SES-Weltergewichtler Jan Zaveck in Südafrika gegen Lokalmatador Isaac Hlawatshwayo die IBF-WM sichern. Zuletzt überraschte Dzemskis Schützling Robert Stieglitz mit seiner "Überfall-Taktik" Arthur Abraham und konnte durch einen TKO-Sieg den WBO-Titel im Super Mittelgewicht zurückerobern.
vor Beginn
 
Der 28-jährige Italiener lebt mit Frau und Kind in Gelsenkirchen, stand früher bei Sauerland Event unter Vertrag, trainiert mittlerweile beim SES-Stall von Ulf Steinforth in Magdeburg.
vor Beginn
 
Das alles darf heute aber natürlich keine Rolle spielen. Denn zumindest an diesem Abend muss Klitschkos Fokus auf Francesco Pianeta liegen. Der Deutsch-Italiener hat seinen größten Kampf schon gewonnen. 2009 erkrankte er an Hodenkrebs, konnte die Krankheit aber überwinden und sich ins Leben zurück kämpfen.
vor Beginn
 
Auch wenn er nicht über Povetkin sprechen wollte, trug Wladimir Klitschko übrigens trotzdem seinen Teil zum Thema Zukunftsmusik bei. Der Vierfach-Champion betonte in den vergangenen Wochen mehrfach, dass er gerne bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro antreten würde, um seine Karriere mit einer zweiten Goldmedaille zu beenden. Schon 1996 in Atlanta gewann der Ukrainer das olympische Box-Turnier. Der Amateur-Weltverband AIBA hat mittlerweile angekündigt, Klitschko durch Ausnahmegenehmigungen die Teilnahme an den Spielen 2016 ermöglichen zu wollen.
vor Beginn
 
Dass die 23,3 Millionen Dollar im Klitschko vs. Povetkin Purse Bid ein "Rekord" seien, wie es die Boulevard-Presse vermeldet hat, ist übrigens ein schlecht recherchiertes Gerücht. Der Kampf zwischen Evander Holyfield und Tyson-Bezwinger James "Buster" Douglas wurde 1990 für 32,1 Millionen Dollar ersteigert. Das Siegergebot für Holyfield vs. Tyson lag sogar bei 50,101 Millionen Dollar. Dieser Kampf konnte dann allerdings nicht stattfinden, weil Tyson ins Gefängnis musste, so dass das Angebot verfiel...
vor Beginn
 
Bei der Pressekonferenz vor dem Kampf lehnte der Weltmeister übrigens die Beantwortung von Fragen zum Thema Povetkin konsequent ab. Dass sein nächster Kampf überhaupt schon versteigert und so viel darüber gesprochen und geschrieben wurde, hält er für respektlos. Tatsächlich macht es den Eindruck, als werde schon das Fell des nächsten (russischen) Bären verkauft, bevor Pianeta erlegt ist. Der Weltverband WBA, der das Purse Bid auf Drängen von Povetkins Promoter Sauerland Event für Ende April terminiert hatte, machte in dieser Angelegenheit keine gute Figur. Denn die Frage, was mit den vielen Millionen Dollar passiert, wenn Klitschko doch überraschend verlieren sollte, muss ja zumindest erlaubt sein.
vor Beginn
 
Ein weiteres Thema, das im Vorfeld des Kampfes breit in den Medien diskutiert wurde, war das Purse Bid für Klitschkos nächsten Kampf gegen Alexander Povetkin. Der russische Promoter und Povetkin-Agent Vlad Hrunov ersteigerte den Kampf unterstützt von einem russischen Oligarchen für 23,3 Millionen Dollar. Klitschko stehen davon allein gut 17 Millionen Dollar und damit die höchste Börse seiner bisherigen Karriere zu. Um an diesen Geldtopf zu kommen, muss der Ukrainer aber heute natürlich die Pflichtaufgabe Pianeta souverän lösen.
vor Beginn
 
Ein wichtiger Punkt, der Pianeta aber von Sanders unterscheidet: Der im vergangenen Jahr verstorbene Polizist aus Pretoria war als Puncher bekannt - Pianeta konnte "nur" 15 seiner bislang 28 Siege vorzeitig einfahren, was gerade angesichts der nicht überragenden Gegner des Deutsch-Italieners nicht unbedingt für dessen Schlagkraft spricht.
vor Beginn
 
Aber wo wir von Corrie Sanders sprechen: Der Südafrikaner und Pianeta haben eine Gemeinsamkeit, auf die in den letzten Tagen in der Vorberichterstattung vermehrt hingewiesen wurde: Beide sind Rechtsausleger (also Linkshänder) und damit für Normalausleger wie Klitschko tendenziell unangenehm zu boxen, da sich beide Kontrahenten oft auf den Füßen stehen.
vor Beginn
 
Trotzdem gilt natürlich vor allem im Schwergewicht: Alles ist möglich, ein Schlag kann einen ganzen Kampf entscheiden. Bei Konstellationen wie Klitschko vs. Pianeta erinnert man gerne an historische Überraschungen wie Mike Tysons Niederlage gegen James "Buster" Douglas 1990, den unerwarteten KO-Sieg von Hasim Rahman gegen Lennox Lewis 2001 oder auch Wladimir Klitschkos Niederlage gegen Corrie Sanders 2003. Gerade im Schwergewicht wäre es nach langen Jahren der überragenden Klitschko-Dominanz mal wieder Zeit für eine Sensation. Aber ob diese ausgerechnet heute Abend in Mannheim Francesco Pianeta gelingt... ich habe da so meine Zweifel.
vor Beginn
 
Die Rollen sind klar verteilt: Pianeta steigt als glasklarer Außenseiter in den Ring, Experten räumen dem sympathischen Deutsch-Italiener kaum eine Chance ein, über die Runden zu kommen. Britische Buchmacher sehen Pianeta als 20:1-Außenseiter.
vor Beginn
 
Auf dem Spiel stehen Klitschkos vier Weltmeister-Titel nach Version der WBA, WBO, IBF und IBO. Der inoffizielle Kampfnamen von "Dr. Steelhammer" ist wegen seiner beeindruckenden Sammlung "Das Gürteltier"...
vor Beginn
 
Herzlich willkommen in Mannheim zum WM-Kampf im Schwergewicht zwischen Wladimir Klitschko und Francesco Pianeta.
Wladimir Klitschko - Francesco Pianeta
Austragungsort
Die SAP Arena in Mannheim.
Klasse
Es wird im Schwergewicht geboxt.
Titel
Es geht um den WM-Titel nach Version von WBA, WBO, IBF und IBO.
Runden
Der Kampf ist auf zwölf Runden zu je drei Minuten angesetzt.
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