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Die besondere Rivalität zwischen der DEG und den Haien
Die besondere Rivalität zwischen der DEG und den Haien
Charlie Stevens und Andres Renz tauschen Nettigkeiten aus

Egal in welcher Sportart Mannschaften aus Düsseldorf und Köln aufeinander treffen, es herrscht immer eine besondere Rivalität zwischen den beiden Teams. In der DEL tragen die DEG Metro Stars und die Kölner Haie nun ihr 181. Rheinderby aus. Grund genug für sportal.de, sich die Geschichte dieser erbitterten Konkurrenz einmal anzuschauen.

"Klangliche Ausdünstungen wie die der Höhner, BAP oder der Bläck Fööss sind keine Seltenheit, die in Köln nicht nur zur Karnevalszeit serviert werden, sondern das ganze Jahr jeck machen. Nun ist der Karneval an sich schon eine Strafe, bei der man sich fragt, was die Kölner wohl verbrochen haben mögen, dass der liebe Gott ihnen im Gegenzug solch eine Plage angedeihen lassen musste."

"Wer je in den Kölner Karnevalstrubel gerät, merkt schnell, dass die Genfer Konvention doch zu kurz greift", schrieb ein Düsseldorfer Journalist einst in der Welt am Sonntag, doch woher kommt die gegenseitige Abneigung der Rheinmetropolen eigentlich?

Die Schlacht von Worringen

Angefangen haben soll alles mit der Schlach von Worringen im Juni 1288. Im limburgischen Erbfolgekrieg hatte sich Herzog Johann I. von Brabant mit Walram von Jülich, Graf Adolf V. von Berg gegen den Erzbischof von Köln und seinen Vasallen verbündet.

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Vor der entscheidenden Schlacht fanden die Truppen des später siegreichen Herzogs von Brabant und seinen Vasallen Unterschlupf in einem kleinen Dorf am Fluss Düssel. Aus Dankbarkeit verlieh der Graf von Berg später der 300-Seelen-Gemeinde die Stadtrechte.

Zum ersten Mal hatten die Kölner also Grund gehabt, sauer auf die Düsseldorfer zu sein. Doch dies sollte bei weitem nicht das letzte Mal gewesen sein. Im 16. Jahrhundert schlugen die Kölner aus ihrem geografischen Vorteil gegenüber Düsseldorf einen Vorteil und setzten durch, dass alle Segler zuerst in Köln Station machen mussten, bevor sie in die Konkurrenzstadt weiterfahren durften. Retourkutsche?

Erzrivalen auf dem Eis

Liegen zwei Städte so nah beieinander und pflegen eine historische Rivalität, so ist es nur natürlich, dass diese auch in den Sport übernommen wird. Nachdem im Fußball Berührungen zwischen dem 1. FC und Fortuna Köln auf der einen und Fortuna Düsseldorf auf der anderen Seite selten geworden sind, konzentriert sich der Konkurrenzkampf auf dem Eis zwischen den Metro Stars und den Haien.

Seit den späten 70er Jahren waren die Duelle der beiden Erzrivalen auch häufig Spiele um die deutsche Meisterschaft. Beide Team konnten bisher jeweils acht Mal den deutschen Eishockey-Meistertitel erringen. Nachdem die Kölner Haie die 80er Jahre mit vier Meistertiteln (1984, 1986, 1987 und 1988) dominiert hatten, bekam die Rivalität ab 1989 eine neue besondere Note.

Vor der Saison hatte man die beiden Torhüter getauscht. Peppi Heiß schloss sich den Kölner Haien an und Helmut de Raaf wechselte zur DEG. Nach drei Titeln in Folge scheiterten die Kölner diese Saison im Halbfinale an Düsseldorf, doch damit nicht genug, die beiden deutschen Top-Stürmer Didi Hegen und Gerd Truntschka gaben während der Saison ihren Wechsel vom KEC zur DEG bekannt.

Vier Meistertitel in Folge

Trotz der Abgänge konnten die Kölner in der Liga ein Wörtchen mitreden und wurden in der Vorrunde Zweiter hinter der DEG, im Halbfinale war dann allerdings Rosenheim Endstation. Die DEG wurde Meister und läutete eine neue Erfolgsära ein. Zwischen 1990 und 1993 kam der Titelträger aus Düsseldorf.

1991 lautete das Finale einmal mehr Köln gegen Düsseldorf. Der KEC konnte einen 0:2-Matchrückstand aufholen, unterlag dem Rivalen im entscheidenden fünften Spiel dann jedoch deutlich mit 0:4.

1993 wurde der deutsche Meistertitel erneut zwischen den beiden Teams vom Rhein ermittelt. Die Finalserie ging als eine der dramatischsten in die Geschichte des deutschen Eishockeys ein. Erneut setzte sich die DEG in fünf Spielen durch. Die entscheidende Partie wurde an der heimischen Brehmstraße mit 2:1 nach Verlängerung gewonnen.

Angstgegner DEG

Die Etablierung der DEG als Angstgegner der Haie fand 1996 eine Fortsetzung. Erneut trafen die beiden Teams im Finale der 1994 gegründeten Deutschen Eishockey-Liga aufeinander und erneut ging das Team aus der Landeshauptstadt Düsseldorf als Sieger vom Eis. Diesmal gelang der DEG der Erfolg mit 3:1 Siegen.

Doch danach endete die Eishockey-Dominanz der beiden Rheinrivalen. Die DEG verabschiedete sich für zwei Jahre (1999-2000) aufgrund finanzieller Schwierigkeiten sogar in der 2. Liga. Den Haien gelang 2002 noch ein weiterer Meistertitel mit einem Finalerfolg über die Mannheimer Adler, doch ein Aufeinandertreffen zwischen Köln und Düsseldorf gab es in den DEL-Playoffs erst wieder 2006.

Und wieder einmal erwies sich die DEG als zu stark für den KEC. Im entscheidenden fünften Spiel gewann Düsseldorf an der Brehmstraße mit 5:3, verlor die Endspielserie gegen die Eisbären Berlin aber deutlich mit 0:3. Dieses Duell war das vorerst letzte in den Playoffs zwischen den beiden Teams.

Aber auch die Spiele in der regulären Saison sind vor allem für die Fans aus beiden Lagern immer etwas besonderes. Das 180. Derby gewann die DEG mit 2:0 und machte damit den Saison-Fehlstart der Haie mit zwei Niederlagen zum Auftakt perfekt. Doch nur zwei Tage später bekommen die Kölner bereits die Chance zur Revanche und wir dürfen uns auf das 181. Derby freuen.

Henning Schulz